Lehrveranstaltungen Filmwissenschaft / Mediendramaturgie

MA S. Methoden und Reflexion: New Media. Theorien zu Film und Medienwandel

N.N.

Kurzname: S:Meth
Kursnummer: 05.054.610

Empfohlene Literatur

André Gaudreault, Philippe Marion: A Medium Is Always Born Twice ... In: Early Popular Visual Culture, Jg. 3, Nr. 1, 2005, S. 3 –15.

Voraussetzungen / Organisatorisches

Aus organisatorischen Gründen werden die Zeiten und Räume erst zur zweiten Lehrveranstaltungsanmeldephase veröffentlicht.

Inhalt

Seit den 1970er Jahren steht der Begriff «New Media» für ein heterogenes Feld, das Videotext, Kabel- und Satellitenfernsehen und Telefax ebenso umfasst wie CD-ROM, Video, DVD und das Internet. Auch wenn sich die Rede von den «neuen Medien» seither als Gattungsbegriff etabliert hat, bildet die Unterscheidung von «alten» und «neuen» Medien zunächst eine historiographische Markierung, die weit in die Film- und Mediengeschichte zurückreicht. Neu sind dabei nicht nur die Technologien und Gegenstände selbst, sondern vor allem der Platz, den sie im Gefüge bestehender Medien- und Kulturtechniken einnehmen. Insofern sagt die Zuschreibung des Neuen wenig über die Eigenschaften des vermeintlich «neuen» Mediums aus, sondern unterstreicht vielmehr, dass es in spezifischen historischen Kontexten als «neu» erfahrbar wird.

Im Seminar gilt es, «neue Medien» als eine Diskurs- und Denkfigur in den Blick zu nehmen, die die Filmgeschichte seit ihren Anfängen begleitet. Am Beispiel von zwei historischen Übergangsmomenten – dem Aufkommen des Films um 1900 und der Etablierung des Fernsehens in den 1950er und 1960er Jahren – soll dieses Diskursfeld diskutiert und auf strukturelle Muster und prototypische Argumente hin untersucht werden: Wie wird über das «Neue» in Film- und Medientheorien nachgedacht? Welche Hoffnungen und Ängste mobilisiert die Rede vom «neuen» Medium? Außerdem wird zu erörtern sein, über welche Theorien der Begriff «New Media» ab den 1970er Jahren installiert wird und wie sich diese Rekonfigurationen von Medientechnologie, Ästhetik und Gesellschaft auf den Film und seine Wahrnehmung auswirkt. Schließlich werden wir die Rede von den «neuen Medien» als Effekt einer spezifischen Form der Filmgeschichtsschreibung diskutieren, die Narrative des Bruchs und der Zäsur besonders hervorheben. Um diese Formen der Geschichtsschreibung kritisch zu reflektieren, werden wir auch auf jüngere Konzepte der Filmgeschichtsschreibung (remediation, Medienarchäologie usw.) eingehen, die alternative historiographische Narrative vorschlagen.