Lehrveranstaltungen Filmwissenschaft / Mediendramaturgie

S. Film/Moderne/Theorie: „Des Zaubers habhaft werden.“ – Cinephilie und Filmkultur im Wandel

Ann-Christin Eikenbusch M.A.

Kurzname: S Film/Moderne/Theor
Kursnummer: 05.054.16_510

Inhalt

Das, was Filmkritiker Michael Althen in seiner Liebeserklärung an das Kino „Warte, bis es dunkel wird“ als Praktiken beschreibt, des Zaubers der bewegten Bilder habhaft zu werden, ließe sich gemeinhin als cinephil bezeichnen: das Konsumieren und Archivieren von Filmmagazinen; das Sammeln von Filmstills, Plakaten, Standfotografien; das Führen von Sichtungslisten und Aufstellen von persönlichen Rankings – und selbstverständlich: das exzessive Sichten („365 Filme im Jahr“), idealerweise in der dunklen Höhle des Kinosaals, möglichst nah vor der Leinwand. Dass diese Liebe zum Film kaum Grenzen zu haben scheint, darauf verweist Malte Hagener: „Cinephilie ist nicht einfach ein Hobby oder eine Liebhaberei, wie etwa Orchideenzucht oder Alpinistik, sondern eine Haltung dem Leben und dem Film gegenüber, die die Weigerung umfasst, diese als vollständig getrennte Felder anzusehen." 

So wurde und wird die Geschichte der Cinephilie, parallel zur Filmgeschichte selbst, von verschiedenen Generationen in unterschiedlichem Maße geprägt: Etwa von denen, die den von Althen angesprochenen Zauber erstmals in Worte zu fassen suchten; von denen, die sich die Bazin’sche Frage nach dem, was Film überhaupt sei, nicht mehr zu stellen brauchten; von denen, die die reine Erfahrung gewissermaßen zu entzaubern und das Bewegtbild in Theorien aufzuschlüsseln suchten; oder denen, die neue Medien und das Internet gegen Federhalter und Schreibmaschine tauschten, um fortan mit audiovisuellen Mitteln selbst über den Film zu reflektieren – in Form einer Cinephilie 2.0, die sich als teilweise ort- und zeitlos beschreiben lässt, als Filmliebe, die nicht mehr (ausschließlich) kollektiv im Kino, sondern (auch) vor den privaten Bildschirmen auf der ganzen Welt stattfinden kann.

"Der Cinephile ist ein Astronaut, der in einer fernen Galaxie versucht, so viel Informationen wie möglich über eine bestimmte Spezies herauszufinden“, schreibt Althen an einer weiteren Stelle. In der Art einer gegenläufigen Bewegung werden wir die Spezies ‚Cinephilie’ untersuchen, der von Seiten der deutschen film- und medienwissenschaftlichen Forschung bisher nur wenig Aufmerksamkeit entgegen gebracht wurde. Wir wollen versuchen, uns anhand verschiedenster Institutionen (Filminstitute, Filmmuseen, Filmfestivals), Netzwerke (Filmkooperativen, Filmclubs) und Persönlichkeiten (KuratorInnen, HistorikerInnen, KritikerInnen, SammlerInnen, Filmschaffende) dieser filmkulturellen Praxis zu nähern. So sollen Interdependenzen zwischen den Bereichen der Filmkritik, Filmtheorie, Filmgeschichtsschreibung, und nicht zuletzt auch der Geschichte unserer eignen Disziplin, der Filmwissenschaft, aufgezeigt und diskutiert werden.

Termine:

WochentagDatumUhrzeitOrt
Montag16.10.201716.15 - 17.45 Uhr 01 002 Seminarraum, 181 - Medienhaus
Montag23.10.201716.15 - 17.45 Uhr 01 002 Seminarraum, 181 - Medienhaus
Montag30.10.201716.15 - 17.45 Uhr 01 002 Seminarraum, 181 - Medienhaus
Montag06.11.201716.15 - 17.45 Uhr 01 002 Seminarraum, 181 - Medienhaus
Montag13.11.201716.15 - 17.45 Uhr 01 002 Seminarraum, 181 - Medienhaus
Montag20.11.201716.15 - 17.45 Uhr 01 002 Seminarraum, 181 - Medienhaus
Montag27.11.201716.15 - 17.45 Uhr 01 002 Seminarraum, 181 - Medienhaus
Montag04.12.201716.15 - 17.45 Uhr 01 002 Seminarraum, 181 - Medienhaus
Montag11.12.201716.15 - 17.45 Uhr 01 002 Seminarraum, 181 - Medienhaus
Montag18.12.201716.15 - 17.45 Uhr 01 002 Seminarraum, 181 - Medienhaus
Montag08.01.201816.15 - 17.45 Uhr 01 002 Seminarraum, 181 - Medienhaus
Montag15.01.201816.15 - 17.45 Uhr 01 002 Seminarraum, 181 - Medienhaus
Montag22.01.201816.15 - 17.45 Uhr 01 002 Seminarraum, 181 - Medienhaus
Montag29.01.201816.15 - 17.45 Uhr 01 002 Seminarraum, 181 - Medienhaus
Montag05.02.201816.15 - 17.45 Uhr 01 002 Seminarraum, 181 - Medienhaus