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Hier finden Sie alle spezifischen Informationen zum Fach Kulturanthropologie/Volkskunde am Institut für Film-, Theater- und empirische Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

 

Was ist Kulturanthropologie/Volkskunde?

Zentrales Arbeitsfeld der Kulturanthropologie/Volkskunde (andernorts auch als Volkskunde, Europäische Ethnologie oder Empirische Kulturwissenschaft bezeichnet) ist die Analyse kultureller Phänomene und Prozesse in ihren sozialen, geschlechtsspezifischen, lokalen, regionalen und zeitlichen Bezügen. Ein Kulturbegriff „im weitesten ethnographischen Sinne" (E. B. Tylor) dient dabei als Ausgangspunkt der Forschungen. Insbesondere werden die kulturellen Leistungen und Kompetenzen von Menschen der „eigenen" Gesellschaft und aus „fremden" sozialen Milieus in Vergangenheit und Gegenwart untersucht, ihre Wertvorstellungen und Einstellungen sowie ihre alltägliche Lebenswelt mit all ihren Herausforderungen und Problemen. 


Kurze Geschichte des Faches an der Universität Mainz

Die Anfänge der Disziplin Kulturanthropologie/Volkskunde an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sind eng mit der Geschichte des Deutschen Instituts verbunden. Es waren zunächst Germanisten, die das Fach Volkskunde an der Universität mitvertraten. Zu ihnen gehörten die Professoren Kurt Wagner (1890–1973), Karl Bischoff (1905–1983) und seit 1970 Wolfgang Kleiber (geb. 1929, seit 1997 emeritiert), die alle drei eine Zusatz-Venia für Volkskunde besaßen. Eine Stärkung des Faches ergab sich allerdings schon frühzeitig durch die Anstellung von Lutz Röhrich (1922–2006), der 1950 als Assistent an das Deutsche Institut nach Mainz kam und sich hier vier Jahre später für Germanistik und Volkskunde habilitierte. Röhrich schuf die Grundlagen für die Einrichtung einer eigenen Fachprofessur, denn nach seiner Wegberufung 1967 wurde mit Günter Wiegelmann (1928–2008) als Nachfolger erstmals ein Volkskundler ohne germanistisches Profil an die Universität geholt. Wiegelmann blieb allerdings nur kurze Zeit in Mainz und folgte schon 1971 einem Ruf an die Universität Münster. Sein Nachfolger wurde 1972 Herbert Schwedt (1934–2010), der 27 Jahre lang die Geschicke des Faches an der Mainzer Universität maßgeblich bestimmte.

Mit der Neuausschreibung seiner Stelle 1999 ging die Umbenennung des Faches in „Kulturanthropologie/Volkskunde“ einher. Die inhaltliche Neuausrichtung übernahm Michael Simon (geb. 1956), der im Jahr 2000 an die Universität Mainz berufen wurde und das Fach hier seither vertritt. Bis 2011 gehörte es organisatorisch als eigene Abteilung dem Deutschen Institut an. Danach schloss es sich mit den Fächern Film- und Theaterwissenschaft zu dem neu gegründeten Institut für Film-, Theater- und empirische Kulturwissenschaft zusammen, das im Fachbereich 05 „Philosophie und Philologie“ beheimatet ist. Die institutionelle Neugliederung war nicht zuletzt durch die Einführung der Reformstudiengänge an der Universität Mainz motiviert, die von den Fächern des neuen Instituts gemeinsam organisiert wurde. Der Start des Bachelorstudiengangs Kulturanthropologie/Volkskunde erfolgte zum Wintersemester 2009/10, Einschreibungen für den Masterstudiengang wurden erstmals zum Sommersemester 2012 entgegengenommen. Der alte Magisterstudiengang, der über viele Jahrzehnte der Regelstudienabschluss im Fach war, läuft nun zum Ende des Sommersemesters 2017 aus.

Der steigenden Nachfrage und den wachsenden Studierendenzahlen wurde in den letzten Jahren durch die Einrichtung weiterer Hochschullehrer/innen/stellen Rechnung getragen: 2004 konnte erstmals eine Juniorprofessur für das Fach ausgeschrieben werden, auf die Timo Heimerdinger (geb. 1973) berufen wurde. Ihm folgte 2010 Asta Vonderau, die bis 2015 an der Universität Mainz verblieb. 2012 erhielt das Fach eine weitere Juniorprofessur, die mit Sarah Scholl-Schneider (geb. 1978) besetzt wurde. Die Nachfolge für Asta Vonderau übernahm 2016 Mirko Uhlig (geb. 1981).

Von den akademischen Abschlüssen verdienen die Habilitationen im Fach besondere Erwähnung: Nach Lutz Röhrich erhielten eine Venia legendi für (Kulturanthropologie/) Volkskunde Max Matter (1983), Sabine Doering-Manteuffel (1993) und zuletzt Christina Niem (2012).