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MA Ü. Ethnographische Repräsentation und Forschungsethik - Sag ich’s oder sag ich’s nicht? Reflexionen der Forscher-Feld-Beziehungen in empirischen Arbeiten

Dr. Sandra Keßler

Kurzname: Ü Ethnogr.Repräs
Kursnummer: 05.174.615

Empfohlene Literatur

Lindner, Rolf (1981). Die Angst des Forschers vor dem Feld. Überlegungen zur teilnehmenden Beobachtung als Interaktionsprozess. Zeitschrift für Volkskunde, 77. 51–66.

Inhalt

Die kulturwissenschaftliche empirische Forschung erfordert einen kritischen Umgang mit der Rolle des Forschers im Feld und die Offenlegung möglicher Einflussfaktoren auf die Beforschten. Dass sich das Feld sein eigenes Bild des Forschers macht und es sich bei der Feldforschung um einen wechselseitigen, zwischenmenschlichen Beobachtungsprozess handelt, bemerkte Rolf Linder im Jahr 1981. Die (Selbst-)Reflexion der Forscherrolle wird, etwa in der Arbeit mit qualitativen Interviews, spätestens zum Zeitpunkt der Datenauswertung notwendig, wenn sich Fragen zum Einfluss des Interviewers auf die Befragten und deren Antworten aufdrängen. Der Forscher steht dann vor der Herausforderung, die Rahmenbedingungen der Erhebung offenzulegen, sich selbst und seine Handlungen im Feld kritisch zu hinterfragen und diese kontextuell darzustellen, ohne eine ausschweifende autoethnografische Studie zu verfassen oder seine eigene Kompetenz gänzlich zu untergraben. Was also sollte sich dazu in der schriftlichen Ausarbeitung wiederfinden? Was kann weggelassen werden? Und wo und in welcher Form können diese Erkenntnisse im Text untergebracht werden?

In dieser Übung werden wir unter anderem anhand von Beispielen empirischer Forschungen gemeinsam untersuchen, wie die Ausarbeitung der Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle im Forschungsprozess stattfinden kann und welche Faktoren für die Wechselwirkungen im Feld ausschlaggebend sein können. Wir werden diese Aspekte vor einem methodologischen Hintergrund kritisch diskutieren und den Umgang mit der Forscherrolle anhand einer kurzen eigenen empirischen Erhebung selbst üben.

Termine:

WochentagDatumUhrzeitOrt
Dienstag18.04.201714.15 - 15.45 Uhr Philosophicum II, 02-306,
Dienstag02.05.201714.00 - 18.00 Uhr IPP-Raum, 03-816 (Hinter der Bibliothek der Theaterwissenschaft),
Dienstag23.05.201714.00 - 18.00 Uhr IPP-Raum, 03-816 (Hinter der Bibliothek der Theaterwissenschaft),
Dienstag20.06.201714.00 - 18.00 Uhr IPP-Raum, 03-816 (Hinter der Bibliothek der Theaterwissenschaft),
Dienstag11.07.201714.00 - 18.00 Uhr IPP-Raum, 03-816 (Hinter der Bibliothek der Theaterwissenschaft),