Ein Bild und seine (meine?) Geschichte

Erzählen anhand zeitgeschichtlicher fotografischer Anreize aus den Anfangsjahren sudetendeutscher Vertriebenenverbände

Im geplanten Sudetendeutschen Museum in München soll ein Bereich entstehen, in welchem sich der Geschichte der Vertriebenenverbände seit den Anfangsjahren gewidmet wird. Vor allem im Sudetendeutschen Archiv existiert hierzu eine breite Palette an Material, es handelt sich dabei jedoch überwiegend um zweidimensionale Flachware und dabei insbesondere um Fotografien. Gerade solcherart Material gilt es sinnvoll aufzubereiten, um den Museumsbesucher nicht mit einem Zuviel an Lesestoff zu überfordern und auch seine anderen Sinne anzuregen. Das vorliegende Projektvorhaben greift diese Problematik auf und will die Tatsache, dass heute noch zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten der Anfangsjahre leben, nutzbar machen. Biografische Interviews liefern in Kombination mit der Methode der Fotobefragung (Buchner-Fuhs) narratives Material, um die Bilder im Museum zu kontextualisieren und mit O-Tönen zu ergänzen. An einer Hörstation können ausgewählte Interviewausschnitte zu den Fotografien präsentiert werden, auf erklärenden Tafeln/Multimediastationen würden die Erzähler vorgestellt und mit Portraitfoto visualisiert. Dreh- und Angelpunkt des Projektes ist ein Forschungsalbum, welches so konzipiert wurde, dass möglichst alle Interviewpartner etwas zu den darin enthaltenen Fotografien erzählen können. Anhand der Bilder soll vergangenes Wissen geweckt und das Assoziieren von eigenen Erfahrungen erleichtert werden. Das Bildmaterial fungiert somit als Brücke zu den eigenen Erinnerungen. Die Interviews werden trotz der Fokussierung auf das Forschungsalbum zunächst biografisch geführt und mit einer bewusst offen gefassten Eingangsfrage nach der Lebensgeschichte begonnen. Nach der ersten narrativen Phase werden im zweiten Schritt Fragen geklärt und die dort angesprochenen Themen vertieft, um dann im Anschluss in einer dritten Phase auf Bereiche zu sprechen zu kommen, die von besonderer Relevanz für die Fragestellungen des entsprechenden Projektes sind. An dieser Stelle wird das Forschungsalbum hinzugezogen. Ziel des Projektes ist in erster Linie die praktische Verwertbarkeit der Ergebnisse im Museum. Hierzu soll zu jedem der ausgewählten knapp 20 Bilder eine Liste von Audioclips mit den jeweils aussagekräftigen Passagen aus der Befragung erstellt werden. Zudem gilt es die Interviews sowie Fotobefragungen einer wissenschaftlichen Analyse zu unterziehen.