Sinnentwürfe in prekären Lebenslagen

Interdisziplinäre Blicke auf heterodoxe Phänomene des Heilens und ihre Funktionen im Alltag


Tagung vom 12. bis 14. September 2013

Geistiges oder auch Energetisches Heilen, in der Literatur häufig unter „Laienmedizin“ oder „Geistheilung“ zusammengefasst, stellt kein Relikt voraufklärerischer Zeiten dar. Vielmehr gehört es als vitaler Bestandteil neben den Methoden der akademischen Medizin auch in modernen Gegenwartsgesellschaften zum Kanon populärer Gesundheitspraktiken.

Das Thema selbst erscheint in der öffentlichen Wahrnehmung kontrovers und wird gerne polarisierend diskutiert. Einerseits ist in diesem Zusammenhang schnell von Scharlatanerie und Betrügereien die Rede, andererseits wird auf die großartigen Heilerfolge dieser Verfahren in zahlreichen Einzelfällen verwiesen, die den Verdacht schüren, dass hier von der klassischen Schulmedizin probate Hilfestellungen ignoriert oder sogar unterdrückt werden.

Die interdisziplinär organisierte Tagung „Sinnentwürfe in prekären Lebenslagen“ bemüht sich jenseits dieser simplifizierenden Gegenüberstellung aus historischer und gegenwärtiger Perspektive um Antworten auf die Frage nach dem Platz der besagten Phänomene im Alltag. In der Mitte der Betrachtungen steht der Mensch auf der Suche nach Heil und Heilung und es geht darum nachzuvollziehen, wie aus der Sicht von Betroffenen und Akteuren in krisenhaften Situationen des menschlichen Daseins sinnvolle Handlungsentwürfe entstehen, verhandelt und umgesetzt werden.