DFG-Projekt

"Performative Reflexion von Humandifferenzierung:
Uneindeutige Geschlechtsdarstellungen im theatral gerahmten Kontext von Mode und Theater"

(Leitung: Univ.-Prof. Dr. Friedemann Kreuder)

„Androgyn ist in“,proklamieren die Medien in Bezug auf aktuelle Tendenzen von Gender Blending in spezifischen kulturellen sowie subkulturellen Milieus. Mit Blick auf das Modelling von Andrej Pejic und Agyness Deyn oder den „Lebensstil des Metrosexuellen“ scheint die Performance einer eindeutigen Geschlechtszugehörigkeit samt ihres binär strukturierten Ordnungssystems in ambiguitätstoleranteren Kontexten wie Mode und (Sub-)Kultur an kultureller und – im Sinne Andreas Reckwitz‘ – sozial differenzierender Bedeutung verloren zu haben. Auch das Gegenwartstheater zeugt von dieser Tendenz, die Kategorie „Geschlecht“ wird hier beispielsweise durch cross-gender-Besetzungen oder trans-gender-acting vermehrt aufs Spiel gesetzt. Ausgehend vom sozial- und kulturwissenschaftlichen Konzept des Un/doing Gender (Hirschauer) untersucht das Projekt Praktiken un/eindeutiger Geschlechtsdarstellung und -wahrnehmung im theatral gerahmten Kontext von Mode und Theater. Im Fokus des Forschungsinteresses stehen dabei Fragen nach der Verschränkung, der Verstärkung oder Neutralisation von Geschlecht mit anderen Markierungsformen des Körpers sowie nach der Mobilität geschlechtsdifferenzierender Wahrnehmungsmuster.

Die Dissertation entsteht im Forschungszusammenhang der DFG Forschergruppe 1939 „Un/doing Differences. Praktiken der Humandifferenzierung“.