Fachtagungen | Symposien

3. Mainzer Symposium der Sozial- und Kulturwissenschaften:
Spiele spielen

 29. September bis 1. Oktober 2016

Ausgerichtet von der Arbeitsgruppe Performance and Media Studies, AG5 des
Forschungszentrums Sozial- und Kulturwissenschaften (SoCuM) an der JGU Mainz

Werden Spiele gespielt, oder spielen sie sich ab? Worin besteht der Zusammenhang zwischen einem Spiel (i.S.v. game) und dem Spielen (i.S.v. play) – wie also sind soziokultureller Kontext und Situativität jeweils aufeinander bezogen? Kann die Formation von Spiel- Fest- und Ritualgemeinschaften als Modell der Gemeinschaftsbildung schlechthin dienen?
Diese und ähnliche Fragen sollen im Symposium Spiele spielen behandelt werden. Es geht um Fragen zu Spiel-Phänomenen, -Metaphern und -Modellen und deren sozial- und kulturwissenschaftliche Erschließung.

Wir bitten um die Einsendung von Vorschlägen zu 20 minütigen Vorträgen (Abstracts max. 300 Wörter), auch Vorschläge für Panels sind willkommen (Abstracts max. 600 Wörter). Bitte senden Sie Ihre Abstracts an .

Symposium "Re/produktionsmaschine Kunst":
Kategorisierungen des Körpers in den Darstellenden Künsten


3.–5. März 2016, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Das Institut für Film-, Theater- und empirische Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz lädt vom 3. bis 5. März 2016 kunst- und kulturinteressierte Wissenschaftler_innen und Praktiker_innen zu einem interdisziplinären Symposium mit Vorträgen und (Podiums-)Diskussionen ein. Thema des Symposiums ist die soziale Unterscheidung von Menschen, die sich im Rahmen von künstlerischen Produktions- und Rezeptionsprozessen insbesondere an den sichtbar ausgestellten Körpern der Darsteller_innen vollzieht.
Ausgangspunkt der Tagung ist die Problematisierung tradierter Strukturen und Vorstellungen als institutionelles Fundament künstlerischer Praktiken im Bereich des deutschen Sprechtheaters. Seit dessen Entstehung im ausgehenden 18. Jahrhundert re/produzieren diese nicht nur (kanonisierte) Kunst, sondern auch (privilegierte) Künstler_innen, insbesondere Schauspieler_innen. Was es bedeutet, dass der Körper als „Aus- und Aufführungsort von Kultur“ fungiert, wie der Sozial- und Kulturwissenschaftler Andreas Reckwitz in Anlehnung an Judith Butlers Performativitätstheorie formuliert, offenbart sich im deutschen Stadttheatersystem in all seiner Ambivalenz: Während sich „die Kunst“ mehrheitlich auf freiheitliche Prinzipien wie Gleichberechtigung und Toleranz beruft und soziale Kategorisierungen auf der Bühne als solche auszustellen und zu verflüssigen vermag, integriert die Institution bei Weitem nicht alle darstellenden Künstler_innen. So prägen bspw. normative, in den (Bildungs-)Kanon eingeschriebene Vorstellungen die Erwartungen der Rezipienten vor sowie die Entscheidungen der Produzenten hinter der Bühne in Bezug auf die „typgerechte“ Besetzung von Rollen wesentlich mit. Gegenläufige Beispiele, wie die Darstellungen King Lears durch Marianne Hoppe oder Barbara Nüsse, die Besetzung des Prinzen von Homburg mit Samuel Koch oder die „Verkörperung“ Lopachins durch Taner Şahintürk, hintergehen und befragen dabei sinnfällig die eingeschriebenen Strukturen und Vorstellungen des deutschen Theatersystems.
Im Rahmen des Symposiums sollen einerseits die in Praxis und Theorie aktuell viel diskutierten Paradoxien des deutschen Sprechtheaters als einer „Re/produktionsmaschine“ sozialer Unterscheidungen von Körpern (mit Potential zur Umstrukturierung und Umcodierung) unter einer interdisziplinären Perspektive näher beleuchtet und andererseits das Forschungsfeld für die vielfältigen Formen Darstellender Kunst geöffnet werden. Wie verhält es sich beispielsweise im Tanz- und Musiktheater, in der freien Szene und Performancekunst oder im internationalen und historischen Vergleich? Welche Akteur_innen und/oder Strukturen tragen in den jeweiligen Feldern zur Re/produktion normativer Kategorisierungen des künstlerischen Personals bei? Durch welche künstlerischen Praktiken wird die Kontingenz sozialer, körperbasierter Unterscheidungen zur Schau gestellt? Wie lassen sich Paradoxien hinsichtlich der Relevanz sozialer Unterscheidungen sowohl innerhalb der jeweiligen Felder als auch in den Darstellenden Künsten insgesamt erklären?
Das Symposium wird von dem theaterwissenschaftlichen Teilprojekt der Mainzer DFG-Forschergruppe 1939 "Un/doing Differences. Praktiken der Humandifferenzierung" in Kooperation mit der Dahlem International Network Junior Research Group "Kunst-Paare. Beziehungsdynamiken und Geschlechterverhältnisse in den Künsten" (FU Berlin in Kooperation mit dem MPI für Bildungsforschung) veranstaltet. Es wendet sich an Theoretiker_innen und Praktiker_innen aus dem Bereich der Darstellenden Künste sowie an Geistes- und Sozialwissenschaftler_innen.

Keynote-Sprecherin: Prof. Dr. Paula-Irene Villa (LMU München)
Gastredner_innen: Prof. Dr. Doris Kolesch (FU Berlin), Jun.-Prof. Dr. Jenny Schrödl (FU Berlin) und Prof. Dr. Matthias Warstat (FU Berlin)

Abstracts für Vorträge von 20 Minuten (im Umfang von maximal einer Seite) können bis zum 15.11.2015 per E-Mail eingereicht werden:

Konzeption des Symposiums: Friedemann Kreuder, Ellen Koban und Hanna Voss