Publikationen

Ich sehe was, was du nicht hörst. Zur Produktivität des Abwesenden im (Theater)Raum (2015)
Illustration
Nikola Schellmann M.A.

Ausgehend von der Annahme, dass Theater notwendigerweise als Seh-Ereignis definiert wird, stellt Nikola Schellmann die Frage, was passiert, wenn genau damit gespielt wird: dass die Zuschauenden eben nicht alles sehen – und auch nicht sehen sollen? Oder wenn es nichts zu hören gibt? Wenn die Möglichkeit entzogen wird, die ganze Bühne einzusehen oder keine Akteur*innen die Bühne betreten? Anhand von Inszenierungen von Andreas Kriegenburg, Katie Mitchell, Karin Beier und Heiner Goebbels wird gezeigt, wie sich unterschiedliche Formen des Abwesenden als produktiv sowohl für die Raumwahrnehmung, die Inszenierung als solche, den Aufführungsbegriff sowie für das Wahrnehmungserlebnis der Zuschauenden erweisen. Die Arbeit nimmt somit einen Weg vom Phänomen der Abwesenheit, das sich in Form von Sehen bzw. Nicht-Sehen – und notwendigerweise auch Hören und Nicht-Hören – äußert, über Sehen, Sichtbarkeit, Bild und Bildtheorie, Visual bzw. Pictorial Turn über Akustik, Stimme, Schweigen zur Analyse von Abwesenheit im Theater und verdeutlicht via Reformulierung des theatralen Raumverständnisses, inwiefern An- und Abwesenheiten zusammenhängen und die Wahrnehmung des Zuschauers sowohl hiervon abhängig als auch dafür konstitutiv ist.

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Passagenräume. Grenzverläufe alltäglicher und performativer Praxis im Theater der Gegenwart (2015)
Illustration

Dr. Annika Wehrle

Passagenräume des Alltags wie Bahnhöfe, Shopping Malls und Verkehrsmittel sind urbane Knotenpunkte des frühen 21. Jahrhunderts. In ihnen verdichten sich temporäre, kulturelle und gesellschaftliche Prozesse.
Doch von welchen Spielregeln sind unsere täglichen Wege bestimmt? Und welche Spuren hinterlässt Theater in diesen flüchtigen Räumen des Durchgangs?
Annika Wehrle öffnet den Blick für zeitgenössische Übergänge und vollzieht einen Grenzgang ästhetischer und sozio-kultureller Perspektiven. Durch das Brennglas performativer Formen werden funktionale Durchgänge zu Spiel- und Aushandlungsräumen für Fragen der Globalisierung, Medialisierung, Mobilität und Öffentlichkeit.

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Reflexion von ethnischer Identität(szuweisung) im deutschen Gegenwartstheater (2014)
Illustration
Hanna Voss M.A.

In unserer Alltagswelt sind ethnische Stereotype allgegenwärtig. Dennoch – oder gerade deswegen – werden sie oft nicht als solche wahrgenommen und hinterfragt. Schenkt man der seit 2012 geführten „Blackfacing-Debatte“ Glauben, finden sich solche ethnischen Zuschreibungsmuster auch in deutschen Theaterproduktionen wieder. Ist das Theater also auf Grund seiner Besetzungs- und Darstellungskonventionen ethnisch-diskriminierend? Oder greift es gängige ethnische Zuschreibungsmuster auf, um diese auf der Bühne zur Verhandlung zu stellen?

Am Beispiel von Inszenierungen des deutschen Gegenwartstheaters setzt Hanna Voss sich insbesondere mit letzterer Frage ausführlich auseinander – der Frage nach den Möglichkeiten des Theaters zur Reflexion von ethnischer Identität(szuweisung).

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Die Orte des Festival d'Avignon. Die "theatrale Eroberung" einer Stadt (2011)
Illustration

Annika Wehrle M.A.

Das in der Nachkriegszeit von Jean Vilar gegründete Festival d’Avignon hat sich bis heute zu einem der bedeutendsten Theaterfestivals Europas entwickelt. Bereits Vilar strebte eine enge Verknüpfung von Stadt und Theaterereignis an. Die heutige Verzahntheit des sommerlichen Avignons mit dem jährlich stattfindenden Festival übersteigt jedoch die Visionen der frühen Konzeptionen. Neben der Theatralisierung historischer Räume wurden seit der Gründung des Festival OFF in den späten 60er Jahren auch die öffentlichen Plätze und Straßen Avignons sowie private Räume als Spielstätten erschlossen. Ähnlich einer theatralen Eroberung macht sich das Festival auf diesem Wege nach und nach die gesamte Stadt zu Eigen.
Annika Wehrle untersucht anhand ausgewählter Inszenierungsbeispiele die verschiedenen Stadteroberungsstrategien des Festival d’Avignon. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Praktiken räumlicher Bedeutungszuschreibung sowie den Auswirkungen auf die Stadtstruktur Avignons und deren Bewohner und Besucher.

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